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Geschichte |
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| Allein auf weiter regionaler Flur kann Waidhofen eine Einrichtung vorweisen, die den Image der Stadt als Standort für Schulen und Kultur nicht nur entspricht, sondern eine besondere Note aufprägt: Die Ballettschule mit Standort und Proberaum im Kulturschlössel Waidhofen unter der Leitung von Frau Mag. Elfriede Badura. Die Wurzeln des Balletts liegen bei der damals 16-jährigen Gymnasiastin Elfriede Scheidl, die im Film "Hannerl" Johanna Matz in Spitzenschuhen tanzen gesehen und sich seitdem nichts sehnsüchtiger als Spitzenschuhe gewünscht hat. In der 8. Klasse hat sie mit der Gattin ihres damaligen Musikprofessors Widner Kontakt aufgenommen, die Ihr eine Adresse zum Erwerb der Schuhe in Wien gegeben und angeboten hat, mit ihr zu arbeiten. Die erste Ballettstunde war am 17. Dezember 1955 im Musikzimmer des Gynasiums auf schwarzem eingölten Boden. Frau Widner wollte die Waidhofner Maturantin in Wien in die Ballettschule Fränzel bringen, die aber keine Kurse für erwachsene Anfänger geführt hat. In Wien hat die Studentin der Geografie und Geschichte viele Ballettschulen aufgesucht, diverse Tanzkünstler verehrt u. a Julia Drapal, Willy Dirtl und Karl Musil. frau Drapal wollte sie als Statistin in die Staatsoper bringen, was aber nicht gelang, daher kam sie 1958 bis 1963 in die Wiener Volksoper. So wirkte sie u.a im "Bettelstudent" im "Zigeunerbaron", in der "Rose von Stambul" und in "Hoffmanns Erzählungen" mit. Im "Vogelhändler" durfte sie einen kleinen Tanzpart beisteuern. Ein Monat war sie auch im Stadttheater Baden engagiert. In Waidhofen trat sie erstmals am Ball der Jugend am 9. Jänner 1960 in der Nussknackersuite von Tschaikowskij auf, u.a mit Helene Nagerle, Brunhilde Rosenuer, Traudl Bittner und Hilde Tropper als "corps de Ballett". Beim Pfingstfest am 5.Juni 1960, dessen Initiator Notar Dr. Glück war, wurde ein weiter Bogen musikalischer, kultureller und sportlicher Leistungen geboten, darunter auch als Höhepunkt der Veranstaltung des Solotanz"sterbender Schwan" für den Frau Scheidl großen Applaus erntete: beim Pfarrball 1971 hat Frau Prof. Scheidl zur Eröffnung eine Mazurka einstudiert. Der eigentliche Start der Ballettschule fällt in das Jahr 1971 im Rahmen der 800-Jahr Feier der Ersterwähnung Waidhofens. Damals gastierte am 16. Mai die BAllettschule Kres der Staatsoper im Vereinshaus. Der damalige Kulturstadtrat Walter Biedermann sprach Frau Scheidl an, ob sie eine Ballettschule zu führen sich zutraue, was im Rahmen der Volkshochschule auch geschah. Mit 144 Meldungen wurde jegliche Erwartungen weit übertroffen. Bald wurde die Schule in die Musikschule eingegliedert. Ein erster Probeauftritt erfolgte bei der Sonnwendfeier 1972. Der erste offizielle Auftritt war ein doppelter vor ausverkauften Vereinshaus. Am 26. und 27. Juni zeigten die ehrgeizigen Ballettschüler eine "Tänzerische Reise durch Europa", bei der Jutta Borek und Ulrike Höpfel tragende Rollen tnzten. Die Stoffe der Kostümesind Tüll, Futtertaft und Brokat, der u. a von der Firma Gierlichs aus Heidenreichstein bezogen wurde. Die Kostüme enstanden anfänglich unter Mithilfe der Mutter von Frau Scheidl, aber bald übernahm Tochter Elfriede Badura allein diese immense Arbeit, deren Umfang nur erahnt wurde. Die Ballettschule werden hauptsächlich von der Firma Schachtner aus der Edelhofgasse im 18. Wiener Bezirk bezogen, spezielle schuhe aus Deutschland. Ein gutes Paar Schuhe, fast immer rosa selten schwarz, kostet ca. 700 Schilling(50,90€). Die Auswahl des Programmes erfordert viel pädagogisches Geschick. Es soll, da es ja Amateurkunst ist, nicht zu schwer sein, es soll kindergerecht sein, es soll für alle Altersstufen Rollen beinhalten, es sollen nicht zu viele Männerrollen dabei sein, auch soll es nicht zu modern sein, weil das sowohl für die Tänzer als auch für das Publikum zu wenig attraktiv ist. Ideal für Kinder ist die "Puppenfee", da können auch die Kleinsten mitwirken. Ein kleiner Auszug aus 30 Jahre Schaffen: In den Jahren 1972-1977 wurde u.a die "Puppenfee", "Carneval " und "Les Sylphides" im Vereinshaus aufgeführt, in der Arbeiterkammer wurden 1978 "Titus Feuerfuchs" und 1981 "Aschenbrödel" geboten. Ab 1986 steht der Stadtsall zur Verfügung, der Raum für Produktionen wie die "Puppenfee" (1986),"Giselle"(1990),"Coppelia"(1992),"Dornröschen"(1994),"Geschichten der Beatrix Potter"(1998) ,"Giselle" (2001) und "Ein Streifzug durch die Welt des Tanzes"(2003) bot. 1990 waren die jungen Tänzer zu gast in Datschitz(CZ) und drei mal in der Partnerstadt Heubach (1993,1996,1998). Ein Problem waren anfangs die Frisuren, da die Mädchen diese beibehalten wollten. Beim Ballet gehören jedoch die Haare aus dem Gesicht und straff zurück frisiert, um eine gewisse Uniformität zu erreichen, nur bei Primaballerina ist durch die Kleidung herausgehoben. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit hat Elfriede Badura folgende Namen genannt, die sich im Lauf der 30 Jahre in die vorderen Reihen getanzt haben: Beate Biedermann, Beate Kreuzhuber, Nadja Ratgeber, Renate und Andrea Knierlinger, Evelyn Fichtinger, Vera Nitsch, Silvia Adamowitsch, Elisabeth Krippl, Birgit Gabler, Gabriele Braunsteiner, Silvia Weinberger, Gabriele Stöger, Iris Malzer, Birgit Hadl, Annette Eggenberger, Elisabeth Pichl, Tina Schäfer, Olivia Kerschbaum u.v.a.m. Frau Mag. Elfriede Badura war seit 1973 mit dem akademischen Maler und Gymnasiumproffesor Robert Badura verehelicht, ist seit 1984 Witwe und Mutter der Söhne Boris(1975) und Gregor(1977). Seit September 2000 ist die Mittelschulprofessorin für Geografie und Geschichte im Ruhestand, was aber angesichts ihrer Aktivität nur Theorie ist. Seit 9. November 1993 ist Frau Elfriede Badura Trägerin des Kulturehrenzeichens der Stadt Waidhofen/Thaya. Seit Sommer 2003 gibt es diese Homepage: http://ballettschule.badura.at, Entwickelt von Gregor.Badura und Verena Öhlknecht. (Tonbandinterview von Mag. Dr. Erwin Pöppel mit Mag. Elfried Badura-Scheidl) ©2005
Gregor Badura
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